Welche Pflegezusatzversicherung ist die richtige für mich?
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Welche Pflegezusatzversicherung ist die richtige für mich?

Mit höherem Alter steigt das Risiko, pflegebedürftig zu werden. Fast jeder Dritte der heute über 80­-Jährigen kommt nicht mehr ohne fremde Hilfe aus. Finanzielle Unterstützung leistet die Pflegeversicherung, die für alle gesetzlich und privat Versicherten Pflicht ist. Darüber hinaus können Sie mit weiteren Zusatzversicherungen sich und Ihre Kinder bei den Pflegekosten entlasten. Setzen Sie sich rechtzeitig mit Ihrer Situation im Alter auseinander und stellen Sie frühzeitig die richtigen Weichen.

Sind Sie auf Dauer (mindestens 6 Monate) pflegebedürftig und gesetzlich versichert, stehen Ihnen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung zu. Der Haken an der Sache: Das Geld reicht in der Regel nicht, um die tatsächlichen Kosten abzudecken. Die Leistungsbeträge bei einer stationären Unterbringung in einem Pflegeheim betragen bei schwerster Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad 5) derzeit 2.005 Euro. Heimplätze sind in der Regel jedoch deutlich teurer. Monatlich müssen Sie je nach Pflegegrad mit 3.000 bis 4.000 Euro rechnen. Die Leistungen der Pflegeversicherung und eigenes Einkommen oder Vermögen decken unter Umständen nur einen Teil dieser Kosten.

Elternunterhalt
Können Sie als Pflegebedürftiger oder Ihr Partner die zusätzlichen Kosten nicht aufbringen, müssen Ihre Kinder gegebenenfalls einspringen. Die Höhe des sogenannten Elternunterhalts ist vom Einkommen der Kinder abhängig. Grundlage der Berechnung ist das bereinigte Nettoeinkommen. Abzugsfähig sind hierbei u. a. Kosten wie Miete, Darlehensverbindlichkeiten, Unterhaltsverpflichtungen für die eigenen Kinder. Der Selbstbehalt liegt bei 1.800 Euro, für den Ehepartner bei 1.440 Euro pro Monat. Auch beim Vermögen werden nicht alle vorhandenen Werte für die Bestimmung des Elternunterhalts mitherangezogen.

Wie hoch das tatsächliche Schonvermögen ist, lässt sich nur individuell ermitteln.

Prüfen Sie also rechtzeitig, ob für Sie die Absicherung des Pflegerisikos notwendig ist. Bis zum 60. Lebensjahr bieten viele Versicherer private Pflegezusatzversicherungen an. Welche für Sie die richtige ist, hängt vor allem von Ihrer zu erwartenden Situation im Alter ab.

Die Pflegetagegeldversicherung
Bei der Pflegetagegeldversicherung zahlt der Versicherer im Pflegefall pro Tag einen vorher vereinbarten festen Betrag, abhängig vom jeweiligen Pflegegrad und unabhängig von den tatsächlich entstehenden Kosten. Sie können über den Betrag frei verfügen. Je jünger Sie sind, desto günstiger ist Ihr monatlicher Beitrag und umso wahrscheinlicher bekommen Sie einen Vertrag ohne Risikozuschläge.

Achten Sie bei Abschluss darauf, dass Sie keine Beiträge mehr zahlen müssen, wenn Sie pflegebedürftig sind. Auch eine Dynamik sollte enthalten sein, da ein Vertrag meist lange läuft und die Kosten für Pflege sich im Laufe der Jahre erheblich erhöhen können. Entscheiden Sie sich für eine Pflegetagegeldversicherung, sollten Sie sie zwischen 40 und 58 Jahren abschließen. Danach wird es schwer, einen bezahlbaren Vertrag zu bekommen.

Die Pflegetagegeldversicherung gibt es auch als geförderten Tarif. Dabei unterstützt Sie der Staat monatlich mit 5 Euro, wenn Sie selbst mindestens 10 Euro pro Monat in einen Vertrag einzahlen. Die Leistungen in einem geförderten Vertrag sind meist gering, Beiträge müssen auch gezahlt werden, wenn der Pflegefall bereits eingetreten ist. Deshalb lohnt sich die geförderte Pflegetagegeldversicherung nur, wenn Sie gesundheitlich bereits stark eingeschränkt sind, da der Versicherer Sie nicht aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen darf.

Wussten Sie schon?

Bei Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung sollten Sie darauf, dass sich der Tagessatz ohne erneuten Gesundheitscheck an die Entwicklung der Pflegesätze anpasst.

Die Pflegekostenversicherung

Bei einer Pflegekostenversicherung werden Ihnen die Kosten, die über die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse hinausgehen, ganz oder teilweise erstattet. Achten Sie darauf, dass alle Pflegegrade eingeschlossen sind. Sie ist meist etwas günstiger als die Pflegetagegeldversicherung, bietet aber auch weniger Flexibilität, da sie nur nach Rechnungsvorlage zahlt. Die Versicherung sollte sowohl die häusliche Pflege als auch die Pflege in einem Heim abdecken. Da Sie aber für häusliche Pflege oft weniger Geld bekommen, ist diese Versicherung vor allem geeignet, wenn Sie schon eine ungefähre Vorstellung von Ihrem Leben im Alter haben und Sie es sich z. B. vorstellen können, später in ein Pflegeheim zu ziehen. Wissen Sie dies noch nicht, fahren Sie aufgrund der Flexibilität mit einer Pflegetagegeldversicherung besser.

Wussten Sie schon?

Beiträge zur privaten Pflegezusatzversicherung können Sie als sonstige Vorsorgeaufwendungen mit einem Höchstbetrag von 1.900 Euro bei Ihrer Steuererklärung absetzen.

Pflegerentenversicherung
Bei einer Pflegerentenversicherung bekommen Sie im Leistungsfall eine monatliche Rente. Die garantierte Rente wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Die Versicherung wird nur von Lebensversicherern angeboten. Neben der garantierten Pflegerente besteht die Aussicht, durch eine Beteiligung an Überschüssen eine höhere Rente zu bekommen.

Großer Vorteil der Pflegerentenversicherung sind stabile Beiträge, oft auch als Einmalbeitrag, die Sie zeitweise aussetzen können und später nachzahlen können. Außerdem bietet sie eine hohe Flexibilität in der Auszahlungsphase und kann vererbt werden. Großer Nachteil: Die Versicherung ist aufgrund der Kombination von Sparvorhaben und Versicherung teuer. Wollen Sie nur das Risiko Pflege absichern und die Kosten gering halten, greifen Sie am besten auf eine Pflegetagegeld- oder eine Pflegekostenversicherung zurück.

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