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Droht eine Kontopfändung, hat jeder Kontoinhaber das Recht, sein Girokonto in ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umzuwandeln.
Artikel 3 Min. Lesezeit

Was tun bei drohender Kontopfändung?

Jeder Kontoinhaber hat das Recht, sein bestehendes Girokonto in ein so genanntes P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umzuwandeln. Das P-Konto schützt ein Guthaben bis 1.178,59 Euro pro Kalendermonat vor einer Pfändung. Es ermöglicht Ihnen weiterhin, bargeldlose Zahlungen wie Überweisungen zu tätigen. Die Pfändungsfreigrenze können Sie durch Vorlage entsprechender Nachweise erhöhen, wenn Sie weiteren Personen Unterhalt gewähren. Sprechen Sie mit Ihrer Bank oder Sparkasse.

Wenn eine Kontopfändung droht oder schon eingegangen ist, sollten Sie schnell reagieren. Pfändungsschutz für das Existenzminimum erhalten Sie mit der Umstellung Ihres Girokontos in ein „Pfändungsschutzkonto“ (P-Konto). So können Sie trotz Kontopfändung weiterhin auf Ihr Konto zugreifen und im Rahmen der Pfändungsfreigrenze die wichtigsten Ausgaben wie Miete, Strom und Lebensmittel begleichen.

Wie eröffne ich ein P-Konto?

Um Ihr Konto in ein P-Konto umzuwandeln, müssen Sie selbst aktiv werden: Stellen Sie Ihren Antrag auf ein P-Konto direkt bei Ihrer Bank oder Sparkasse. Das P-Konto kann nur als Einzelkonto geführt werden, also nur als Konto mit einem Kontoinhaber.

Jeder darf nur ein P-Konto eröffnen.

Wir empfehlen Ihnen, das Konto dann nur noch auf Guthabenbasis zu führen und die eingeräumte Kontoüberziehung (Dispositionskredit oder auch Dispo) nicht in Anspruch zu nehmen. Verfügen Sie über einen Dispo, darf Ihnen Ihr Kreditinstitut diesen nicht automatisch entziehen. Dazu ist eine Kündigung erforderlich. Innerhalb der Kündigungsfrist haben Sie so länger Zeit, Ihre Disposchulden zu begleichen.

Unser Tipp für Sie

Wenn Sie das Pfändungsschutzkonto nicht mehr benötigen, sollten Sie die Zusatzvereinbarung zum P-Konto bei Ihrer Bank oder Sparkasse kündigen. Ihr eigentliches Girokonto bleibt bestehen.

Was bleibt zum Leben bei einer Kontopfändung?

Ihr P-Konto schützt Ihr Existenzminimum in Höhe der gesetzlichen Sätze. Es spielt dabei keine Rolle, woher die Einnahmen stammen (z. B. Gehalt, Rente, Sozialleistungen oder auch finanzielle Unterstützung durch Dritte). Die Pfändungsfreigrenze für eine Einzelperson liegt bei 1.178,59 Euro pro Monat. Sie können diese aber auch erhöhen: Gewähren Sie anderen Personen in Ihrem Haushalt Unterhalt, können Sie mit einem entsprechenden Nachweis mehr Geld pfändungsfrei stellen. Der Pfändungsschutz erhöht sich um 443,57 Euro für die erste und um jeweils 247,12 Euro für die zweite bis fünfte Person in Ihrem Haushalt. Haben Sie Unterhaltsverpflichtungen für 5 oder mehr Personen, liegt Ihr Freibetrag somit bei 2.610,63 Euro. Pfändungsfrei sind zusätzlich auch bestimmte Sozialleistungen wie z. B. Kindergeld oder Pflegegeld.

Sie können Guthaben, das Sie im laufenden Monat nicht genutzt haben, einmalig in den Folgemonat übertragen. Wichtig ist, dass Sie das verbleibende Guthaben im Folgemonat ausgeben, da es sonst nicht mehr vor der Pfändung geschützt ist und Ihren Gläubigern zusteht.

Geld anzusparen ist mit dem P-Konto nicht möglich.

Nehmen Sie Hilfe in Anspruch

Für eine bessere Kontrolle Ihrer Ausgaben hält Geld und Haushalt hier zahlreiche kostenfreie Angebote für Sie bereit. Wenn es aber finanziell immer wieder schwieriger wird, sollten Sie unbedingt handeln! Am Anfang aller denkbaren Auswege steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Sie müssen genau wissen, was monatlich auf Ihrem Girokonto passiert. Ein wichtiges Instrument dazu sind Ihre Kontoauszüge.

Wussten Sie schon?

Mit der Budgetanalyse verschaffen Sie sich einen Gesamtüberblick über Ihre finanzielle Situation. Vergleichswerte und Empfehlungen helfen Ihnen, Ihre Finanzen rundum gut aufzustellen. So nehmen Sie Ihre Finanzen selbst in die Hand und machen mehr aus Ihrem Budget.

Zur Budgetanalyse

„Erste Hilfe“ in finanziellen Problemsituationen bietet diskret und online die Caritas. Hier finden Sie zahlreiche Informationen zu Möglichkeiten der Entschuldung. Eine regelmäßig aktualisierte Datenbank mit Schuldnerberatungsstellen und viele praktische Tipps rund um den Umgang mit Schulden gibt es im Forum Schuldnerberatung.

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