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Mit weniger Konsum ein bisschen die Welt retten
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Mit weniger Konsum ein bisschen die Welt retten

Früher signalisierte Besitz Sicherheit, aber auch Macht und Einfluss. Das Sprichwort „Hast du was, bist du was“ zeigt es bis heute an. Das Größenverhältnis hat sich allerdings stark verändert: Vor 100 Jahren besaß ein Mensch etwa 180 Dinge, heute sind es 10.000 und mehr.

Die Werbung setzt immer neue Anreize, Dinge besitzen zu müssen. Ein Kaufanreiz jagt den nächsten, die Produkte scheinen eine immer kürzere Halbwertszeit zu haben. Im Onlinehandel sind Impulskäufe marktbestimmend:

Man kauft nicht das, was man braucht, sondern was man glaubt, haben zu müssen.

Der immens gestiegene Konsum bringt zudem weitere unangenehme Nebenwirkungen mit sich: Wer viel kauft, läuft auch ständig Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben und finanzielle Krisen nicht gut abfedern zu können. Die Herstellung all der Produkte verschlingt dazu sehr viele Ressourcen.

Verbrauch ohne Möglichkeit zur Erneuerung

Die reichsten Länder der Welt, zu denen auch Deutschland gehört, verbrauchen durchschnittlich zehnmal so viele Ressourcen wie die ärmsten Länder.

Der Rohstoffverbrauch weltweit hat sich in den letzten 50 Jahren vervierfacht.

Um diese Überlastung deutlich zu machen, wurde vor einigen Jahren der „Erderschöpfungstag“ eingeführt: Er zeigt, wann rein rechnerisch die natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht sind. In Deutschland war das für 2022 der 4. Mai, weltweit der 29. Juli.

Mit Technologie die Klimakrise lösen?

Die Botschaft von Klimakrise, Umweltzerstörung und dem drohenden Ressourcenmangel hat mittlerweile dazu geführt, dass in vielen Bereichen nachhaltiger produziert wird: Milchalternativen aus Algen, veganes Fleisch aus Soja, Weizen oder Erbsen, Kleidung aus recyceltem Plastik,
Energiegewinnung mittels Biogas, E-Autos statt Verbrenner usw. Schädliche Klimagase im Erdboden zu binden oder aus der Atmosphäre zu entfernen sind weitere Ansätze, um die negativen Folgen für die Erde abzumildern. Aber ist Technologie die Lösung? Lässt sich der Klimawandel durch Innovationen ausbremsen?

Der Bumerangeffekt

Auch für ein E-Auto müssen in der Herstellung Ressourcen eingesetzt werden, eine völlig verbrauchsneutrale Produktion ist unmöglich. Trotzdem sind Elektromodelle – wenn sie mit Ökostrom betrieben, sparsam produziert und lange genutzt werden – umweltfreundlicher als Diesel oder
Benziner. Leider führt diese Ersparnis häufig dazu, dass an anderer Stelle wieder mehr verbraucht wird: größere und schwerere Modelle, die die Ökobilanz verschlechtern, liegen im Trend. Solche Bumerang- oder Reboundeffekte tragen dazu bei, dass technische Neuentwicklungen – auch in anderen Bereichen – längst nicht so wirksam sind, wie sie sein könnten.

Leben mit „leichtem” Gepäck

Wer nicht nur anders, sondern insgesamt weniger konsumiert und verbraucht, schlägt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Ein geringerer Ressourcenverbrauch wirkt sich natürlich positiv auf die Umwelt aus. Aber auch in der persönlichen Dimension ist das Loslösen von Materiellem für viele befreiend. In Selbstversuchen berichten Menschen auf Blogs und in sozialen Medien davon, wie sie ihren Besitz auf 100 Dinge beschränkt
haben; sie bezeichnen sich als Minimalisten, Postmaterialisten oder Freeganer.

Wer weniger hat, muss auch weniger Zeit investieren, seinen Besitz zu ordnen, zu sortieren, zu reparieren oder zu kaufen und verkaufen.

Das Konsumfasten oder der Kauf-nix-Tag einmal im Jahr sind zwar zeitlich begrenzt, machen aber bewusst, wie sich ein Gegentrend zum Überfluss anfühlt.

Wenn im Alltag kurzlebige Dinge durch hochwertigere Produkte ersetzt werden, die länger halten, wirkt sich das sogar direkt auf den
Geldbeutel aus. Dabei gilt es dann, nicht dem Bumerangeffekt zu verfallen und mit dem gesparten Geld das nächste Produkt zu kaufen.

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