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Ein Mann sitzt vor seinem Laptop und denkt über seine finanzielle Situation nach.
Artikel 3 Min. Lesezeit

Krise auf dem Konto

Für viele Menschen ist die finanzielle Situation angesichts der Corona-Krise unsicherer geworden. Sie müssen den Gürtel enger schnallen. Trotzdem kann es passieren, dass das Budget durch die derzeitige Ausnahmesituation längerfristig aus dem Lot gerät. Dann ist professionelle Hilfe gefragt. Welche Möglichkeiten es gibt, eine Verschuldung abzubauen, zeigt dieser Artikel.


Verschuldung und Überschuldung

Verschuldet hat sich fast jeder schon einmal: Freunde haben erst mal das Geld für den Urlaub vorgestreckt, beim Auto hat man sich für einen Ratenkauf entschieden oder der Kredit für die Eigentumswohnung wird monatlich abbezahlt. Man schuldet also einer anderen Person eine bestimmte Summe Geld. Bei der Verschuldung können die anfallenden Raten regelmäßig bezahlt werden, sie passen also noch in das zur Verfügung stehende Budget. Erst wenn die Raten nicht mehr bedient werden können, weil sie zu hoch sind und der Lebensunterhalt gefährdet ist, spricht man von Überschuldung.

Stundung und Aussetzung
Ist die schwierige finanzielle Situation nur vorübergehend, können Sie die Gläubiger um eine Stundung, also einen Zahlungsaufschub für eine bestimmte Zeit (in der Regel 3 bis 6 Monate), bitten. In dieser Zeit müssen Sie für einen Kredit dann Verzugszinsen zahlen und die Laufzeit verlängert sich. Alternativ können Sie um eine Tilgungsaussetzung bitten. Sie zahlen dann vorübergehend nur die Zinsen für den Kredit. Durch eine Tilgungsaussetzung sinkt die monatliche Rate und damit auch die finanzielle Belastung. Weil der Kredit nun aber über einen längeren Zeitraum zurückgezahlt wird, verteuert er sich insgesamt durch die höhere Zinsbelastung.

Kontopfändung und Lohnpfändung
Wenn eine Kontopfändung droht oder schon eingegangen ist, sollten Sie schnell handeln, damit Ihnen das Nötigste zum Leben bleibt. Pfändungsschutz für das Existenzminimum erhalten Sie mit der Umstellung Ihres Girokontos in ein „Pfändungsschutzkonto“ (P-Konto). Damit können Sie weiter am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen und die wichtigsten Zahlungen wie z. B. Lebensmittel, Miete und Strom leisten. Den Antrag kann jeder Kontoinhaber direkt bei seiner Bank oder Sparkasse stellen. Das P-Konto schützt dann automatisch Ihr Existenzminimum – egal, woher die Einnahmen stammen (Gehalt, Rente, Sozialleistungen etc.). Die Pfändungsfreigrenze für eine Einzelperson liegt bei 1.178,59 Euro pro Kalendermonat.
Gläubiger können sich mit ihren Forderungen auch direkt an den Arbeitgeber des Schuldners wenden. Bei der „Lohnpfändung“ wird das Nettoeinkommen gepfändet, trotzdem bleibt ein Mindesteinkommen erhalten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den pfändbaren Teil des  Einkommens richtig zu berechnen und die Summe an den Gläubiger abzuführen.

Schuldenvergleich
Wenn der Schuldenberg zu groß ist, können Sie versuchen, sich mit den Gläubigern auf einen Vergleich zu einigen. Das kann eine Einmalzahlung sein oder viele kleine Raten. Ziel ist es, einen Teil der Schulden zurückzuzahlen und den Rest des Betrags erlassen zu bekommen. Durch einen Vergleich lässt sich eine Privatinsolvenz oftmals umgehen. Hilfe bietet dabei eine Schuldnerberatungsstelle.

Insolvenzverfahren
Die Verbraucherinsolvenz gibt Menschen, die sich hoffnungslos überschuldet haben, die Chance auf einen wirtschaftlichen Neuanfang.
Privatpersonen können beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung  eines Verbraucherinsolvenzverfahrens stellen. Es bietet die Möglichkeit, sich innerhalb von maximal 6 Jahren von seinen Schulden befreien zu lassen. Dazu müssen Sie 6 Jahre lang den pfändbaren Teil Ihres Einkommens zur Tilgung Ihrer Schulden abtreten. Das Verfahren soll in Kürze auf 3 Jahre verkürzt werden. Schuldnerberatungsstellen beraten Sie zur außergerichtlichen Einigung mit Ihren Schuldnern und zur Verbraucherinsolvenz.

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