Die 3 Schichten der Altersvorsorge
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Die 3 Schichten der Altersvorsorge

Die Altersvorsorge besteht in Deutschland aus 3 Schichten: gesetzliche Rente, geförderte und private Altersvorsorge. Die gesetzliche Rente alleine reicht nicht, um den eigenen Lebensstandard im Alter zu halten. Umso wichtiger ist es, privat vorzusorgen. Dabei sollten Sie zunächst alle Förderungen mitnehmen.

1. Schicht: Die staatliche Rente
Während Ihres Erwerbslebens zahlen Sie als Angestellter in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die eine Hälfte Ihres monatlichen Beitrags zahlen Sie, die andere übernimmt Ihr Arbeitgeber. In der gesetzlichen Rentenversicherung spart man kein Geld an, sondern sammelt Beitragszeiten.

Je mehr Sie verdienen, desto mehr Rentenpunkte sammeln Sie.

Die Beiträge werden nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (aktuell: 78.000 Euro West, 69.600 Euro Ost) erhoben. Geld, das Sie darüber hinaus verdienen, steigert Ihre Rente nicht mehr.

Das Rentenniveau liegt 2030 bei rund 44 Prozent.

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird schrittweise gesenkt. Bis 2030 wird es vermutlich bei rund 44 Prozent des letzten Bruttoeinkommens liegen, vorausgesetzt, Sie gehen nicht vorzeitig in Rente. Man braucht kein Rentenexperte sein, um festzustellen, dass sich davon kaum der Lebensstandard im Alter halten lässt.

Deshalb müssen Sie Ihre Altersvorsorge in der 2. und 3. Schicht zusätzlich aktiv angehen. Die zweite Schicht ist die geförderte Altersvorsorge. Dazu zählen beispielsweise betriebliche Renten und Riester bzw. Rürup.

2. Schicht: Die geförderte Altersvorsorge
In der betrieblichen Altersvorsorge kann entweder Ihr Arbeitgeber alleine Beiträge für Sie tätigen oder Sie zahlen selbst einen Teil Ihres Gehalts ein. Auch eine Kombination ist möglich.

Rechtlicher Anspruch auf Entgeltumwandlung
Zahlen Sie selbst ein, wird Ihr Beitrag direkt von Ihrem Brutto abgezogen und in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Dadurch sparen Sie sich die Steuern und Sozialabgaben auf den eingezahlten Betrag. Das nennt sich Entgeltumwandlung. Darauf haben Sie einen gesetzlichen Anspruch. Die Einzahlungen sind bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialabgabenfrei.

Da die Einzahlungen Ihr Bruttoeinkommen mindern, sammeln Sie dadurch weniger Rentenpunkte in der gesetzlichen Rente. Häufig wird dieser Nachteil durch lange Beitragszeiten aber wieder ausgeglichen. Bedenken Sie aber, dass Sie als gesetzlich krankenversicherter Betriebsrentner noch Kranken-und Pflegeversicherungsbeiträge abführen müssen. Dies senkt die Betriebsrente um fast ein Fünftel. Informieren Sie sich deshalb bei der Rentenversicherung und rechnen Sie genau nach, damit Sie im Rentenalter nicht von hohen Beiträgen überrascht werden.

Es gibt 5 Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge:

  • Pensionskassen
  • Pensionsfonds
  • Direktversicherung
  • Unterstützungskasse
  • Direktzusage

Prüfen Sie, welche Möglichkeiten Ihr Arbeitgeber anbietet. Beachten Sie, dass Sie bei einem Jobwechsel Ihre Ansprüche nicht in jedem Fall zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können. Das ist meist bei Unterstützungskassen und der Direktzusage der Fall. Zusätzlich müssen Sie in der Regel eine bestimmte Zeit Beiträge leisten, um Anspruch auf eine Rente zu haben.

Unser Tipp für Sie

Betriebsrenten sind „Hartz IV-sicher“. Das heißt, dass sie nicht angetastet werden, auch wenn Sie irgendwann Arbeitslosengeld II bekommen. Sie werden außerdem nicht komplett auf die Grundsicherung im Alter angerechnet und sind bei einer Insolvenz des Unternehmens geschützt.

Riestern
Durch die staatlich geförderte Riester-Rente können Sie Ihre Altersvorsorge zusätzlich aufbauen. Zu Ihren eigenen Sparbeträgen zahlt der Staat einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 175 Euro. Hinzu kommt eine Zulage für jedes vor 2008 geborene Kind in Höhe von 185 Euro. Für nach 2008 geborene Kinder gibt es 300 Euro. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sie jährlich 4 Prozent Ihres Bruttoeinkommens (maximal 2.100 Euro) in einen riesterfähigen Sparvertrag einzahlen.

Riesterfähig sind:

  • zertifizierte Banksparpläne
  • Bausparverträge
  • Fondssparpläne
  • private Rentenversicherungen

Riesterverträge werden nachgelagert versteuert.

Das heißt: Beiträge, die Sie in Ihren Riestervertrag einzahlen, können Sie in der Sparphase von der Steuer absetzen. Im Gegenzug müssen Sie Ihre spätere Riester-Rente in der Rentenphase versteuern. Da man im Alter aber meist weniger verdient und somit auch weniger Steuern zahlen muss, lohnt sich das meistens.

Weitere staatliche Förderungen
Rund 94 Prozent aller Arbeitnehmer haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Dabei zahlt der Arbeitgeber bis zu 40 Euro extra als monatlichen Sparbeitrag direkt in eine bestimmte Geldanlage ein. Wer nicht die vollen 40 Euro vom Arbeitgeber bekommt, kann selbst aufstocken. Bleiben Sie innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen (bei Ehepaaren verdoppeln sich die Werte), können Sie außerdem noch die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie mitnehmen. Folgende Übersicht fasst die möglichen Förderungen zusammen:

3. Schicht: Die private Altersvorsorge
Viele denken, dass sich die private Altersvorsorge nur für Menschen lohnt, die große Beträge investieren. Das stimmt nicht. Auch kleine Beträge helfen, wenn man möglichst früh etwas zur Seite legt. Und selbst bei minimalen Zinsen summieren sich die Sparbeträge mit der Zeit. Idealerweise haben Sie bereits in jungen Jahren angefangen, Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen.

Faustregel

10%

Ihres Einkommens sollten Sie für die Altersvorsorge beiseite legen.

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