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Leasen, mieten oder kaufen? Was Leasing genau bedeutet und wo die Fallstricke sind, erklären wir in diesem Artikel.
Artikel 3 Min. Lesezeit

Leasen, mieten oder kaufen?

Einen Neuwagen zu kaufen und auf einen Schlag zu bezahlen, ist für viele Menschen finanziell schlicht nicht drin. Leasing scheint da die optimale Lösung zu sein: Man bekommt zu monatlich vertretbaren Raten ein neues, schickes Auto vor die Tür gestellt. Eigentlich kein schlechtes Angebot, aber Leasing ist komplex. Was Leasing genau bedeutet und wo die Fallstricke sind, erklären wir in diesem Artikel.

Was ist Leasing eigentlich?

Der Leasinggeber (eine Bank oder eine Leasinggesellschaft) überlässt dem Leasingnehmer (einem Unternehmen oder einer Privatperson) einen Gegenstand. Zwei Drittel aller Leasingverträge in Deutschland drehen sich um Fahrzeuge, es gibt aber auch geleaste Elektrogeräte, z. B. Notebooks.

Um das Produkt zu nutzen, muss der Leasingnehmer eine Leasingrate bezahlen. Die Leasingrate ist vertraglich geregelt und bleibt konstant. Ist der Leasingvertrag beendet – meist nach zwei bis vier Jahren – muss das Produkt zurückgegeben werden. Es handelt sich also um einen Langzeitmietvertrag. Manchmal kann man nach Ende des Leasingvertrags das Produkt zum Restwert kaufen. Deshalb spricht man stattdessen auch vom „Mietkauf“.

Neben Autos werden auch Maschinen und Elektrogeräte geleast.

Einen Leasingvertrag vorzeitig zu kündigen, ist meistens nicht möglich. Man sollte sich also genau überlegen, ob die monatlichen Raten wirklich ins Budget passen.

Der Leasingvertrag ist im Gesetz nicht extra geregelt. Er ähnelt aber dem Mietverhältnis. Bei den Rechten und Pflichten gibt es allerdings feine Unterschiede: Wer ein Auto mietet, zahlt zwar den Mietpreis, muss aber für Reparaturen oder Versicherungen nicht aufkommen. Das ist Sache des Vermieters. Ebenso kann der Mieter keine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Hersteller geltend machen, z. B. wenn am Auto Mängel auftreten. Das ist ebenso Sache des Vermieters bzw. Eigentümers.

Beim Leasing zahlt man zwar ein „Nutzungsentgelt“, hat aber Pflichten, die denen des Eigentümers ähnlich sind: Wartung, Reparaturen und Versicherung muss man meist selbst tragen. Die Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Hersteller werden an den Leasingnehmer abgetreten – man muss sie also selbst durchsetzen. Insbesondere beim Thema Wartung und Reparaturen kann es teuer werden: Viele Leasinggesellschaften verlangen im Vertrag, dass man das Auto nur in eine Markenwerkstatt bringen darf. Bauliche Veränderungen am Fahrzeug sind ebenfalls untersagt. Zudem sind die Leasingraten oft deutlich teurer als normale Mietpreise: Bei nagelneuen Produkten ist der Wertverlust durch die Nutzung besonders groß.

Beim Leasing sind die Pflichten denen des Eigentümers ähnlich, obwohl man das Objekt nie besitzt.

Mittlerweile gibt es auch Leasingverträge, die ein „Rundum-Sorglos-Paket“ bei Versicherungen oder Reparaturen bieten. Diesen Extraservice lassen sich die Leasinggesellschaften aber teuer bezahlen. Je mehr Firmen am Leasingvertrag beteiligt sind (neben dem Autohersteller auch noch die Leasinggesellschaft, der Händler, die Versicherungsgesellschaft usw.), desto teurer wird es – weil jeder mitverdient.

Endet der Leasingvertrag, gibt es oftmals Streit über den Zustand des Fahrzeugs. Das Auto muss in einem Zustand sein, das seinem Alter und der Laufleistung entspricht. Was das konkret bedeutet, ist meist nicht eindeutig geregelt. Deshalb werden jede kleine Delle und jeder Kratzer mit einer hohen Nachzahlung berechnet. Selbst Sachverständige sind sich dann uneins – ein langer Streit mit Anwälten droht.

Die Abrechnung zum Ende des Leasingvertrags kann teuer werden.

Leasing ist dann besonders vorteilhaft, wenn man keine große Kaufsumme aufbringen will, aber dennoch Produkte mit neuester Technik nutzen möchte. Für Selbstständige lassen sich die Leasingraten direkt als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Für Privatpersonen ist Leasing insgesamt aber teurer, als das Auto mittels Ratenkredit zu kaufen. Beim Kauf auf Kredit ist man außerdem sofort Eigentümer des Fahrzeugs, kann Sondertilgungen leisten und den Kredit damit schneller abzahlen. Wer dennoch leasen möchte, sollte sich nicht alleine von den günstigen Raten leiten lassen, sondern den Vertrag gründlich checken.

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