Früher oder später in Rente – Was rechnet sich?
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Früher oder später in Rente – Was rechnet sich?

Vielleicht erwägen Sie, früher aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, um endlich mehr Zeit zu haben oder weil 40 Arbeitsjahre einfach genug für Sie sind. Der Rentenbeginn mit 63 ist möglich, wenn Sie lange genug gearbeitet haben. Ausschlaggebend sind Ihr Geburtsjahr und Ihre Versicherungsjahre. Sie sollten auf jeden Fall genau rechnen. Für jeden Monat, den Sie früher gehen, reduziert sich Ihre Rente um 0,3 Prozent. Und das dauerhaft. Fühlen Sie sich fit, um sogar noch länger zu arbeiten, kommt dies Ihrer Rente zu Gute.

Frühzeitig in Rente gehen
Ein vorzeitiger Ruhestand mit 63 Jahren ist und bleibt möglich, wenn Sie 35 Versicherungsjahre erreicht haben und damit langjährig versichert sind. Allerdings wird Ihre Rente dann deutlich gekürzt. Zum einen sammeln Sie durch die fehlenden Beitragsjahre weniger Entgeltpunkte, was Ihre Rente geringer ausfallen lässt und zum anderen verringert sich Ihr Rentenanspruch um 0,3 Punkte pro Monat, pro Jahr also um 3,6 Punkte. Diese Abzüge werden als Rentenabschlag ausgewiesen und sind dauerhaft. Gehören Sie den jüngeren Jahrgängen an, umso höher fällt der Abschlag aus. Grund ist das ansteigende Renteneinstiegsalter. Der maximale Abschlag liegt mit 14,4 Prozent beim Geburtsjahrgang 1964.

Wenn Sie mit dem früheren Renteneintritt liebäugeln, können Sie ab dem 50. Lebensjahr Abschläge mit Sonderzahlungen in die Rentenkasse ausgleichen. Die Ausgleichszahlungen lassen sich über mehrere Jahre verteilen. Ihre Rentenversicherung kann Sie hierzu beraten, ob das für Sie lohnend ist.

Unser Tipp für Sie

Aufwendungen für Altersvorsorge können Sie beim Finanzamt geltend machen. So nehmen Sie noch Steuervorteile mit.

Möchten Sie ohne Abzüge in Rente gehen, müssen Sie bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Diese Grenze liegt je nach Geburtsjahr zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr. Ausnahmen gelten für „besonders langjährig Versicherte“. Wer 45 Versicherungsjahre nachweisen kann, kann je nach Geburtsjahr zwischen dem 63. und 65. Lebensjahr abschlagsfrei in Rente gehen. Die Staffelung richtet sich nach dem Geburtsjahr, für vor 1953 Geborene geht das mit 63 Jahren, für ab 1964 Geborene erst mit 65 Jahren,

Kürzer treten mit Altersteilzeit
Altersteilzeit kann ein attraktives Angebot sein, um den Übergang in den Ruhestand sanfter zu gestalten. Doch das geht immer nur in Abstimmung mit dem Arbeitgeber. Hat dieses Modell Ihr Interesse geweckt, informieren Sie sich, ob in Ihrem Tarifvertrag Regelungen zur Altersteilzeit enthalten sind oder fragen Sie bei Ihrer Personalabteilung nach. Folgende Voraussetzung müssen Sie dafür erfüllen: Sie sind mindestens 55 Jahre alt und waren innerhalb der letzten 5 Jahre vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Darüber hinaus muss die Altersteilzeit so gewählt werden, dass sie mit dem Beginn der gesetzlichen Rente endet.

Die Altersteilzeit sollte insgesamt mindestens 3 Jahre dauern. Üblich ist eine Dauer von 6 Jahren. Diese Zeit wird in eine Vollzeitarbeit­ und eine Freistellungsphase unterteilt. In der ersten Hälfte der Zeit, der Vollzeitarbeitszeit, arbeiten Sie zum halben Gehalt. In der zweiten Hälfte, der Freistellungsphase, werden Sie dann für das gleiche Geld von der Arbeit freigestellt. Viele Tarifverträge sehen zusätzliche Zahlungen durch den Arbeitgeber vor. In den meisten Fällen summiert sich das auf mindestens 70 Prozent des früheren Nettogehalts und mindestens 80 Prozent der früheren Einzahlungen in die Rentenkasse. Dennoch kann Altersteilzeit zu Einbußen bei Ihrer späteren Rente führen. Wenn Sie es genau wissen wollen, lassen Sie sich am besten bei der Deutschen Rentenversicherung beraten.

Früher in Rente wegen Erwerbsminderung
Wer nicht mehr mindestens 6 Stunden täglich arbeiten kann, kann eine Rente wegen verminderter Erwerbstätigkeit beantragen, die bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze gezahlt wird. Voraussetzung ist, dass man generell in seinem Leben schon 5 Jahre pflichtversichert war und zusätzlich innerhalb der letzten 5 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre pflichtversichert gewesen ist. Es wird zwischen voller und teilweiser Erwerbsminderung unterschieden, je nach vorhandener Leistungsfähigkeit.

Ausschlaggebend für die Rentenhöhe sind vor allem die erworbenen Entgeltpunkte. Da diese bei jüngeren Menschen eher niedrig ausfallen, werden hier sogenannte Zurechnungszeiten herangezogen. Bis 2018 wird so gerechnet, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr plus 3 Monate gearbeitet. Eine weitere Verbesserung erfolgt für 2019. Die Zurechnungszeiten werden auf 65 Jahre und 8 Monate verlängert und sie werden bis 2031 in weiteren Monatsschritten auf die dann geltende Regelaltersgrenze angehoben.

Lohnt es sich länger zu arbeiten?
Immer mehr Menschen entscheiden sich, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. So gibt es viele Betriebe, die ihre erfahrenen Mitarbeiter gern länger halten möchten. Aktive Menschen fühlen sich mit Mitte 60 unter Umständen zu jung für den Ruhestand. Sie wollen die Möglichkeit nutzen, länger berufstätig zu bleiben, wenn es das Arbeitsrecht erlaubt.

Die gesetzliche Rentenversicherung fördert eine längere Lebensarbeitszeit: Pro Monat, den Sie später in Rente gehen, erhöht sich Ihr späterer Rentenanspruch um 0,5 Prozent. Gehen Sie ein Jahr später in Rente, erhalten Sie somit einen Zuschlag von 6 Prozent. Zusätzlich erhöht sich Ihre Rente noch durch die laufende Beitragszahlung zur Rentenversicherung.

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