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Die Kredittilgung ist immer sinnvoller als zu sparen, da Kreditzinsen in der Regel höher sind als Sparzinsen.
Artikel 4 Min. Lesezeit

Corona-Krise: Finanzielle Hilfen für private Haushalte

Das Kurzarbeitergeld reicht nicht, der Nebenjob fällt komplett weg und mancher ist sogar arbeitslos geworden – die Corona-Krise bringt für viele Menschen massive Einkommenseinbußen mit sich. Die Kosten für das tägliche Leben, wie Miete, Versicherungen, Einkaufen fallen aber trotzdem an – damit wachsen die Geldsorgen. Die Bundesregierung hat deshalb einige Gesetzesänderungen beschlossen, die schnell helfen sollen. Wir stellen Ihnen die Finanzhilfen vor, die für private Haushalte wichtig sind und erklären, wie Sie sie nutzen können.

Machen Sie dafür am besten vorher einen Kassensturz und schauen Sie, wie viel Geld aktuell reinkommt. Dann schauen Sie, welche Kosten Sie davon bezahlen können und welche nicht. Wenn Sie Zahlungen aufschieben müssen, denken Sie daran: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Planen Sie genau, sonst stauen sich zu viele Zahlungen auf, die Sie später nicht mehr bedienen können.

Miete

Die Miete ist oft der größte Posten bei den Ausgaben. Wenn man wegen der Corona-Krise weniger Geld bekommt, kann die Miete zur Belastung werden. Trifft das auf Sie zu, sollten Sie trotzdem versuchen, wenigstens einen Teilbetrag aufzubringen. Sprechen Sie dazu Ihren Vermieter an.

Wegen Mietrückständen durften Vermieter seit dem 1. April 2020 bis 30. Juni 2020 nicht kündigen. Seit dem 1. Juli 2020 müssen Sie allerdings die reguläre Miete wieder leisten. Coronabedingte Mietschulden für die Monate April 2020 bis Juni 2020 müssen bis spätestens 30. Juni 2022 zurückgezahlt werden. Erst, wenn dann noch keine Zahlung der Rückstände eingegangen ist, darf deswegen wieder gekündigt werden.

Verträge

Für Verträge, wie Riestersparverträge, Lebensversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Sparpläne usw., können Sie die Zahlungen reduzieren. Beiträge stunden, den Vertrag vorübergehend ruhend stellen (damit erlischt aber der Versicherungsschutz für die Zeit des Ruhens) oder die Beiträge monatlich statt jährlich zu zahlen, verringern die Last etwas. Kündigen Sie Verträge nicht vorschnell.

Kredit

Wer sich die Zinsen oder Tilgung für einen Kreditvertrag (z.B. für den Autokauf) nicht mehr leisten konnte, durfte die Zahlung aufschieben. Das galt vom 1. April bis 30. Juni 2020. Die Ratenzahlung wird dann einfach hinten drangehängt: Der Kreditvertrag läuft also länger. Es dürfen aber keine doppelten Raten fällig werden.

Notfall-Kinderzuschlag und Kinderbonus

Familien mit wenig Geld können den Kinderzuschlag beantragen. Das sind maximal 185 Euro pro Monat und Kind, zusätzlich zum Kindergeld. Für den Antrag musste man bisher das Einkommen der letzten 6 Monate offenlegen. Seit dem 1. April 2020 muss man nur noch das Einkommen vom letzten Monat nachweisen (also für den Antrag im April das Einkommen von März, für den Antrag im Mai das Einkommen vom April usw.). Die Regelung gilt erst einmal bis zum 30. September 2020. Den Antrag können Sie online bei der Arbeitsagentur stellen.
Zusätzlich gibt es für alle Familien, die Kindergeld bekommen, einen Kinderbonus von 300 Euro. Er wird in zwei Raten zu 200 Euro im September und 100 Euro im Oktober 2020 mit dem Kindergeld ausgezahlt. Der Kinderbonus wird nicht mit anderen Sozialleistungen verrechnet.

Hartz IV schneller bekommen

Bei Anträgen auf Hartz IV fallen jetzt die Vermögensprüfung und die Prüfung der Mietkosten weg. Damit bekommen mehr Menschen schnelle Hilfe. Die Regelung gilt bis zum Jahresende 2021. Den Antrag stellen Sie beim Jobcenter an Ihrem Wohnort.

Arbeitslosengeld wird länger gezahlt

Wer schon vor der Corona-Krise arbeitsuchend war, hat gerade jetzt keine besonders großen Chancen, einen Job zu finden. Deshalb gibt es drei Monate länger Arbeitslosengeld I für alle, deren Anspruch zwischen Mai und Dezember 2020 enden würde.

Das Kurzarbeitergeld wird aufgestockt

Das Kurzarbeitergeld wird für alle ab dem vierten Monat des Bezugs erhöht: Vom ersten bis dritten Monat gibt es 60 Prozent (bzw. 67 Prozent für Eltern), ab dem vierten Monat 70 Prozent (bzw. 77 Prozent für Eltern) und ab dem siebten Monat 80 Prozent (bzw. 87 Prozent für Eltern). Diese Regelung gilt bis zum Ende des Jahres. Außerdem können Menschen in Kurzarbeit in einem weiteren Job bis zur bisherigen Einkommenshöhe hinzuverdienen. Und das, ohne dass das Kurzarbeitergeld damit verrechnet wird.

Die Mehrwertsteuer wird gesenkt

Vom 1. Juli 2020 bis 31.Dezember 2020 wird die Mehrwertsteuer gesenkt: statt 19 gelten 16 Prozent und statt 7 Prozent müssen Sie nur noch 5 Prozent zahlen. Damit soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Wie Sie davon profitieren können, erklären wir im Artikel „Geld sparen mit der Mehrwertsteuer“.

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