Überschuldung vermeiden

Das Leben ist nur bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar und gestaltbar. Niemand kann sich zu 100 Prozent vor den Unwägbarkeiten des Lebens und den damit verbundenen finanziellen Krisen schützen. Doch wer ein paar wichtige Grundregeln beachtet, den trifft eine finanzielle Notsituation nicht unvorbereitet.
 

    Wer regelmäßig ein Haushaltsbuch führt, hat einen guten Überblick über seine finanzielle Situation und kann stets gezielt seine Budgetstrukturen an eine geänderte Lebenssituation anpassen.
    Haushaltsbücher können Sie bei Geld und Haushalt kostenlos bestellen.
     

    In wirtschaftlich guten Zeiten sollten Sie unbedingt finanzielle Reserven bilden. Wenn es für Sie finanziell leistbar ist, legen Sie 2-3 Nettogehälter als eiserne Reserve auf einem Sparbuch oder auf einem Tagesgeldkonto an.
     

    Der Anteil fester Ausgaben (Miete, Verträge, Abos etc.) sollte nicht mehr als 2/3 des verfügbaren Budgets betragen, damit in schwierigen finanziellen Situationen kurzfristig gehandelt werden kann.
     

    Kreditbelastungen von deutlich über 10 % des Monatsbudgets führen bei Beziehern kleinerer und mittlerer Einkommen häufig zu enormen finanziellen Belastungen. Dauerhafte Überziehungskredite sind teuer und beeinträchtigen die finanzielle Flexibilität. Sie sind nur für kurzfristige Überbrückungsfinanzierungen sinnvoll.
     

    Die Aufnahme neuer Kredite zur Tilgung alter Kredite wird in aller Regel teuer - die Schuldensituation eskaliert. Hände weg von privaten Kreditvermittlern. Vorsicht auch bei privaten Schuldnerberatern. Sie kosten Geld und tragen häufig nicht im gewünschten Umfang zur Sanierung des Haushaltes bei. Wenden Sie sich in dieser Situation besser an eine gemeinnützige Schuldnerberatung.
     

    Wer eingehende Rechnungspost nicht öffnet, verschließt die Augen vor der Realität und steuert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Überschuldung. Bei finanziellen Engpässen suchen Sie möglichst rasch das Gespräch mit den Gläubigern. Verbindlichkeiten können ggf. gestundet oder ausgesetzt werden, auch wenn darauf kein Rechtsanspruch besteht. Kreditraten können unter Umständen durch Verlängerung der Laufzeiten reduziert werden.
     

    Jeder Kontoinhaber hat das Recht, sein bestehendes Girokonto bei einer Bank oder Sparkasse in ein so genanntes P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umzuwandeln. Das P-Konto gewährleistet weiterhin die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr, schützt aber zusätzlich bei einer Kontopfändung für Geldeingänge bis 1.045,04 € je Kalendermonat. Weitere Informationen dazu finden sich beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz und bei der Verbraucherzentrale NRW.

    „Erste Hilfe“ in finanziellen Problemsituationen bietet beispielsweise diskret und anonym das Portal unter www.meine-schulden.de. Hier finden Sie zahlreiche Informationen zu Möglichkeiten der Entschuldung. Eine regelmäßig aktualisierte Datenbank mit Schuldnerberatungsstellen in Ihrer Nähe gibt es auf  www.forum-schuldnerberatung.de, ebenso eine Online-Beratung.
     

    Wenn Sie zahlungsunfähig sind, können Sie ein Insolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung beantragen. Vorher müssen Sie nachweislich außergerichtlich versucht haben, sich mit allen Gläubigern zu einigen. Lassen Sie sich dabei unbedingt beraten, z. B. von einer Schuldnerberatungsstelle in Ihrer Nähe. Sie finden sie auf www.forum-schuldnerberatung.de.

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