Der Vergleich sorgt regelmäßig für Schlagzeilen: Ein Kind ist so teuer wie ein kleines Eigenheim. Stimmt, könnte man kontern. Aber Hunderttausende Eltern beweisen, dass das Eine das Andere nicht ausschließt.
Nach den Glückwünschen folgen häufig die besorgten Fragen: Könnt Ihr Euch das denn leisten? Kinder, das erfahren werdende Eltern in Deutschland nur zu oft, werden von vielen nur als Kostenfaktor gesehen. Wie viel Geld eine Familie tatsächlich für ihren Nachwuchs aufbringt, interessiert allerdings die wenigsten. Gerade für werdende Eltern kann jedoch lohnend sein, sich ein paar Gedanken über die künftige finanzielle Situation zu machen. Denn beim Thema Geld sind Fakten hilfreich – und sie erleichtern die finanzielle Planung.
Wer das erste Kind erwartet, überlegt sich, wie das Kinderzimmer aussehen soll, denkt über Erstausstattung und Wohnsituation nach. Doch ein Neugeborenes braucht kein großes Spielzimmer, reine Babymöbel sind in der Regel überflüssig und auch die Wohnung wird nicht binnen weniger Wochen zu klein. Es gibt also auch keinen Grund, sich deshalb Sorgen zu machen und übereilte Entscheidungen zu treffen. Gerade für die Ausstattung kleinerer Kinder gibt es in Deutschland zudem einen gut funktionierenden Gebrauchtwaren-Markt: Ob Strampler, Wiege oder Wickelkom-mode, in Anzeigenblättern, Second-Hand-Läden oder im Internet werden Eltern schnell fündig. Bei der Vorbereitung helfen Einkaufslisten (zum Beispiel unter www.geld-und-haushalt-de).
Wünsche klar formulieren
Möchten Freunde oder Familie die jungen Eltern beschenken, empfiehlt sich eine klar formulierte Wunschliste. Für Babys wird in Deutschland viel Nützliches aber ebenso viel Unnützes verkauft. Nicht jeder steht auf Bärchen und Schleifen. Hat Schwiegermutter aber erst das sündhaft teure Designerstück gekauft, lässt es sich meist nicht einfach umtauschen. Dagegen benötigen viele Eltern ganz andere, kostspieligere Ausstattungsgegenstände. Eine Sicherheitsschale für den Transport des Kindes im Auto beispiels-weise, ein Tragetuch oder ein Kinderwagen sind teuer, lassen sich jedoch mit mehreren Geldgeschenken leichter finanzieren. Ein hilfreiches Geschenk ist auch ein Sparvertrag für den neuen Erdenbürger.
Zeit sollten sich werdende Eltern nehmen, um sich Gedanken über die Betreuung ihres Kindes zu machen: Bleibt ein Elternteil zeitweilig oder länger zu Hause, teilen sich beide die Erziehung des Kindes - und welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf die Einkommenssituation der Familie? Durch das Elterngeld wird Vätern und Müttern der zeitweilige Ausstieg aus dem Beruf finanziell erleichtert. Bis zu 67 Prozent (maximal 1800 Euro) des Nettoein-kommens zahlt der Staat zwölf Monate lang, wenn ein Elternteil für die Betreuung des Kindes auf seine Berufstätigkeit verzichtet. Teilen sich Eltern die Betreuung, gibt es sogar 14 Monate lang Geld. Details zu den Regelungen finden sich auf der Internetseite des Familienministeriums unter www.bmfsfj.de.
Planung schafft Freiräume
Wenn die Einnahmen einer Familie zeitweise etwas niedriger sind, beispielsweise weil ein Partner weniger arbeitet, gewinnt cleveres Budget-Management an Bedeutung. Wer seine Kosten erfasst, hat nicht mehr Bares. Doch wer weiß, wohin das Geld verschwindet, kann seine Prioritäten überprüfen und neu setzen. Gerade für eine junge Familie eröffnet das finanzielle Spielräume, die sich auf Dauer auszahlen. Neugeborene benötigen vergleichsweise wenig, ein Schulkind oder ein Jugendlicher haben Bedürfnisse, die deut-lich mehr kosten. Ist sich die Familie aber einig, sich für gemein-same Ziele zeitweise etwas einzuschränken oder zu sparen, lassen sich auch kostspieligere Wünsche finanzieren. Und das gilt auch für werdende Eltern: Nicht alles neu kaufen, sondern lieber nach Alternativen suchen. Vom gesparten Geld lässt sich ganz ohne Probleme der erste Urlaub zu Dritt finanzieren...
Tipp: Auch das „Unternehmen Familie“ lässt sich organisieren. Der „Budgetkompass für die Familie“ enthält viele nützliche Tipps, mit dem sich Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht bringen lassen. Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden bei Geld und Haushalt - Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe, Telefon 01801 547490 oder im Internet unter www.geld-und-haushalt.de.
| Download-Links: |
| Pressebild 1 (jpeg, 2,1 MB) Pressebild 2 (jpeg, 3,6 MB) Pressemitteilung (PDF, 42 kb) |
| zurück | nach oben |