Berlin, 18. Mai 2006. Für immer mehr Menschen wird die systematische Budgetplanung zum Instrument einer nachhaltigen Lebensplanung. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag von Geld und Haushalt erstellte Analyse der Universität Bonn. Darin wurde das Nutzungsverhalten im Umgang mit den sogenannten „Planungshilfen“ von Geld und Haushalt untersucht, das sind spezielle Broschüren zur Haushaltsbuchführung.
Über 2.000 Fragebögen wurden für die Nutzungsanalyse ausgewertet. Rund 80 % der erwachsenen Personen nutzten die Planungshilfen erstmalig. Dies widerlegt eindeutig das weit verbreitete Vorurteil, Haushaltsbuchführung sei nur etwas für einen kleineren und tendenziell älteren Personenkreis mit geringem Einkommen. Das Durchschnittsalter lag bei knapp 40 Jahren. Auch der Zeitaufwand ist deutlich geringer als meist vermutet. Täglich werden in der Regel nicht mehr als 10 Minuten für die Budgetkontrolle aufgewendet. Dominiert wird das Thema Budgetkontrolle jedoch immer noch von weiblichen Nutzern, die zu knapp 80 % diese Aufgabe im Haushalt wahrnehmen. Erfreulicherweise steigt jedoch der männliche Anteil bei den jugendlichen Nutzern, er beträgt hier rund 37 %.
Der konkrete Nutzen der Planung und Kontrolle der Finanzen zeigt sich für die Erwachsenen insbesondere in der gewonnenen Klarheit über die Finanzströme, im effizienten Umgang mit Geld und in der Reduzierung von Ausgaben. Zudem unterstützt Haushaltsbuchführung die Kommunikation über die privaten Finanzen. Rund 73 % der erwachsenen Nutzer reden mit anderen innerhalb und außerhalb des Haushalts über die Ergebnisse der Finanzplanung und -kontrolle und tragen somit dazu bei, das Thema Geld zu enttabuisieren. Auch bei Jugendlichen helfen die Planungshilfen dabei, das (Taschen-) Geld zu thematisieren. Fast jeder zweite Jugendliche spricht z. B. mit Freunden über finanzielle Belange.
Während die Erwachsenen überwiegend über Zeitschriften und das Internet auf die Angebote von Geld und Haushalt aufmerksam werden, sind es bei den Jugendlichen meist Eltern, Bekannte und die Schule, die auf die Angebote hinweisen.
Die Analyse über die Nutzung der „Planungshilfen“ von Geld und Haushalt steht im Kontext zur Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen, in die sich der Beratungsdienst seit Anfang 2005 aktiv eingebracht hat. Geld und Haushalt hat sich zum Ziel gesetzt, mit finanzieller Bildung die wirtschaftlichen Kompetenzen in den Privathaushalten als Grundlagen für eine nachhaltige Lebensplanung zu stärken.
| Download-Links: |
| Pressefoto (jpeg, 788 kb) Nutzeranalyse Planungshilfen (2005) |
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